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Weniger Zucker versüsst das Leben

Avatar of Felix Bertram Von Felix Bertram, 09. Mai 2017

Ich weiss noch: Früher habe ich Versteckspielen sehr gemocht. Ich war nie leicht zu finden. Neulich am Müsliregal stellte ich allerdings fest, dass es jemanden gibt, der das Spiel genauso gut beherrscht wie ich früher: Zucker! Überall – und ich habe bestimmt die Inhaltsangaben von fünf Bio-Müslis studiert – versteckten sich hübsch umschriebene Zuckerarten: Ursüsse, Fruchtsüsse, Kokosblütenzucker... Am Ende griff ich zu einer Tüte Haferflocken, Leinsamen und getrockneten Beeren, die natürlich auch nicht ohne sind, weil sie Fruchtzucker enthalten. Aber schliesslich geht es mir ja nicht um totalen Verzicht. Ich möchte nur versuchen, deutlich unter die rund 52 Kilo Zucker pro Jahr zu kommen, mit denen sich laut Statistik jeder Schweizer das Leben versüsst. Tag für Tag sind das etwa 140 Gramm – mehr als das Fünffache der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Höchstmenge! 

Zucker lässt die Haut vorzeitig altern

Nun weiss natürlich jeder, dass ein zu hoher Zuckerkonsum schlecht für die Gesundheit ist. Aber viele meiner Patienten sind überrascht, wenn ich Ihnen erzähle, dass darunter auch die Haut leidet. Das meiste, was wir über die Auswirkung von Zucker wissen, kommt aus der Diabetes-Forschung. Ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel führt zu Organschäden, da sich überschüssiger Zucker an den Zellwänden anlagert. Ähnliches passiert, wenn wir ständig zu viel Süsses essen: Der Zucker dockt an körpereigene Proteine an. Die dabei entstehenden so genannten „Advanced Glycation Endproducts“ (AGE) verkleben das Gewebe und fördern so auch vorzeitige Faltenbildung und Elastizitätsverlust. 

Süsse Alternativen für eine schönere Haut

Auf der Suche nach einem „Entzuckerungs“-Wirkstoff sind Kosmetikforscher auf Carnosin gestossen. In eine Serum- oder Cremeformel eingebaut, kann die natürliche Substanz Zuckermoleküle im Gewebe binden, bevor sie Schaden anrichten. Einen ungezügelten Zuckerkonsum gleichen diese Anti-Glykations-Produkte aber nicht aus. Von innen können wir die Verzuckerung mit pflanzlichen Süssstoffen wie Stevia und dem aus Birkenrinde gewonnenen Xylitol in Grenzen halten. Mir persönlich schmeckt Manuka besser. Dieser besondere Honig aus Neuseeland verhält sich trotz seines hohen Fruktose- und Glukose-Gehalts neutral, was wahrscheinlich an seinem Hauptwirkstoff Methylglyoxal liegt. Alle anderen Honigsorten, Ahornsirup sowie Dicksäfte aus Früchten haben dagegen auf die Haut einen ähnlich negativen Effekt wie Industriezucker. Wer sich dann noch überwiegend frisch kocht und verarbeitete Lebensmittel meidet, in denen sich viel Zucker versteckt, kann sich problemlos öfter eine gute Schokolade gönnen. 

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