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Die Risiken von Schönheitsoperationen

Avatar of Felix Bertram Von Felix Bertram, 19. Oktober 2017

Jeder Eingriff in den Körper ist mit Risiken verbunden. Das gilt natürlich auch für Schönheitsoperationen. Aus diesem Grund lehnen die erfahrenen Fachärzte der skinmed Klinik standardisierte Routinen ab: Jeder Patient bringt andere Voraussetzungen mit, braucht also ein individuelles Betreuungs- und Behandlungskonzept. Dabei ist die sorgfältige Planung und verantwortungsvolle Nachsorge genauso wichtig wie der Eingriff selbst. Im Interview spricht Klinikleiter Dr. Felix Bertram offen über Sicherheitsfragen.

Was ist die am häufigsten auftretende Komplikation nach einer Schönheitsoperation?

Tatsächlich besteht das grösste Risiko darin, dass Patienten mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind – entweder, weil die erzielte Veränderung nicht gross genug ist oder aber so gravierend, dass sie sich nicht wiederkennen und sich fremd im eigenen Körper fühlen. Deshalb ist es so wichtig, vor dem Eingriff ausführlich über die Erwartungen zu sprechen, realistische Möglichkeiten aufzuzeigen und die Patienten umfassend aufzuklären. 

Wie lassen sich Enttäuschungen noch verhindern?

Wir arbeiten mit einem 3D Simulationssystem, das unterschiedliche Nachher-Szenarien an einem 3D Modell der Patienten durchspielen kann. So testen wir z.B. vor Brustvergrösserungen Silikonimplantate virtuell in ihrer Grösse, Form und Lage. Vor einer Liposuktion oder Bauchstraffung können wir die Veränderungen der Körpersilhouette simulieren und auch vor Nasen- oder Kinnoperationen hat sich das System bestens bewährt. 

Welche Themen sollten im Vorgespräch unbedingt geklärt werden?

Alkohol, Zigaretten, Vorerkrankungen und die Einnahme bestimmter Medikamente bergen Risiken, die sich stark auf das Operationsergebnis auswirken können. Raucher leiden z.B. häufiger an Wundheilungsstörungen. Und mit dem Alkoholkonsum steigt die Gefahr, nach dem Eingriff Blutungen, Infektionen, oder Herzrhythmusstörungen zu erleiden. Ehrlichkeit bei Fragen nach den Lebensgewohnheiten ist ungemein wichtig, damit wir die Risiken kennen und abwägen können. 

Kommt es vor, dass Sie einem Patienten den gewünschten Eingriff verweigern?

Absolut! In den meisten Fällen sind Schönheitsoperationen keine notwendigen Behandlungen und es wäre unverantwortlich, ein überhöhtes Risiko einzugehen. 

Wie sieht es mit den allgemeinen Risiken bei Schönheitsoperationen aus?

Je länger eine Operation dauert, desto risikoreicher ist sie in der Regel. Das beginnt bereits bei der Anästhesie, obwohl moderne Narkosen inzwischen einen sehr hohen Sicherheitsstandard haben. Durch optimierte Medikamente lassen sie sich punktgenau steuern und postoperative Übelkeit ist so gut wie kein Thema mehr. Aber ein gewisses Restrisiko bleibt bei einer Vollnarkose immer.

Welche Alternative zur Vollnarkose gibt es?

Die Entwicklung bei den Betäubungstechniken ist in den vergangenen Jahren sehr weit fortgeschritten. Schonender als eine Vollnarkose ist die Analgosedierung. Sie ist vor allem bei kürzeren, oberflächlichen Eingriffen das Mittel der Wahl. Diese Art von Betäubung schaltet den Schmerz aus und wirkt stark beruhigend. Sie versetzt die Patienten in einen Dämmerschlaf. Im Gegensatz zur Vollnarkose atmen sie selbst, reagieren auf Reize, sind teilweise sogar ansprechbar und nach dem Aufwachen schneller wieder fit. 

Blutergüsse, Schwellungen und Schmerzen...

... können wir durch schonende Operationsverfahren und eine entsprechende Nachsorge minimieren. Wir betreuen unsere Patienten ja über den Eingriff hinaus. Niemand verlässt die skinmed Klinik ohne Verhaltensregeln für die postoperative Phase und einen Kontroll-Termin. Bei Bedarf geben wir Kühlpacks und ein wirksames Schmerzmittel mit auf den Weg. 80 Prozent der Komplikationen zeigen sich am ersten Tag nach dem Eingriff. Wenn starke Schmerzen und/oder Fieber auftreten, müssen die Alarmglocken läuten. Eine gute Klinik zeichnet sich u.a. durch eine engmaschige Nachsorge aus. Allerdings gibt es auch Komplikationen, die unabhängig von diesen Mängeln eintreten können. Doch die sind absolut selten, echte Ausnahmen.

Wie sieht es mit dem Infektionsrisiko aus?

In der skinmed Klinik legen wir grössten Wert darauf, unseren Patienten maximalen Infektionsschutz vor leider weit verbreiteten resistenten Keimen und damit verbundenen Infektionen zu gewähren. Durch einen massvollen und begründeten Einsatz von Antibiotika, die Einhaltung hoher Hygienerichtlinien und bedingt durch unsere Patientenstruktur sind wir von multiresistenten Keimen bisher verschont geblieben.

Was kann selbst ein erfahrener Arzt nicht verhindern?

Die Wundheilung des Menschen ist sehr individuell. Und so kann es trotz aller Massnahmen zu Wundheilungsstörungen kommen. Am Ende bleiben dann vielleicht sichtbare Narben, die eine an sich gelungene Operation vereiteln. Die Narbenbildung hängt übrigens auch davon ab, wie strikt die Patienten unsere Nachsorge-Empfehlungen befolgen. 

Gibt es Eingriffe mit spezifischen Risiken?

Bei einer Brustvergrösserung besteht ein spezielles Risiko durch das Implantat, das ja ein grosser Fremdkörper ist. In einigen Fällen kann sich als Reaktion auf den Eingriff eine Kapselfibrose entwickeln. Dabei bildet sich eine harte Kapsel aus Bindegewebe um das Implantat und kann starke Schmerzen verursachen. Verformt sich die Brust dadurch, muss auf jeden Fall nachoperiert werden. Das Gleiche gilt für Risse im Implantat. 

Eine weitere Komplikation bei Brustoperationen sind Asymmetrien. Wie kommt es dazu?

Ein asymmetrisches Ergebnis nach der Brustoperation kann in einem zeitlich unterschiedlich verlaufenden Heilungsprozess (Abschwellen) der Brüste liegen. Diese optische Ungleichheit sollte von allein nach einigen Tagen ausgeglichen sein. 

Was kann bei einer Fettabsaugung schief gehen?

Zu den häufigsten Komplikationen zählen Unregelmässigkeiten und Dellenbildung an der Hautoberfläche, die durch einen zweiten Eingriff korrigiert werden müssen. Sehr selten kann auch eine Infektion zu einer verzögerten Wundheilung und zu Problemen führen.

Wer haftet bei Behandlungsfehlern?

Die Haftung des Arztes für Behandlungsfehler ist bei medizinisch nicht indizierten Operationen die gleiche wie bei anderen Eingriffen. Jeder Arzt sollte eine Berufshaftpflichtversicherung haben, die im Fall von Komplikationen greift. Bei Problemen können sich betroffene Patienten auch an die Berufsvereinigungen (Ärztekammern) wenden. Dort gibt es in der Regel Patientenberatungen und Schiedsstellen, die versuchen, Lösungen zu finden.  

Worauf ist die hohe Erfolgsquote der skinmed Klinik zurückzuführen?

Neben der fachlich hohen Kompetenz und grossen Erfahrung unseres ärztlichen Teams, liegt der Schlüssel zu unserem Erfolg wohl vor allem in der persönlichen Atmosphäre bei skinmed und in dem Engagement aller Mitarbeiter, die unsere Patienten vom Anfang bis zum Ende einer Behandlung begleiten. 

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