(von Stephanie Sonderegger für die skinzine Ausgabe 2/2020)

Seit 2016 steht Dr. Dietmar Löffler im OP bei skinmed. Über 6000 Nasenkorrekturen, über 5000 Brustoperationen, über 2500 Lid- und Faceliftings – summa summarum über 20’000 selbst durchgeführte OPs – belegen die grosse Erfahrung des Facharztes für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Er ist – mit vielen TV-Auftritten in Deutschland und der Schweiz – einer der ganz Grossen in seinem Metier. Im skinzine-Interview erfahren Sie mehr über den Plastischen Chirurgen.

 

Wie sind Sie zur Plastischen Chirurgie gekommen?
Ich wollte schon immer Chirurg werden, deshalb habe ich erst den Facharzt für Allgemeinchirurgie gemacht. Danach wollte ich mich spezialisieren. Ich wollte in der Plastischen Chirurgie anfangen und später zur Traumatologie wechseln. Die Plastische Chirurgie war aber so interessant, dass ich geblieben bin und später noch die Facharztausbildung für Plastische und Ästhetische Chirurgie gemacht habe. Seit 1989 mache ich ausschliesslich Ästhetische Chirurgie. Begonnen hat es in der Uniklinik in Aachen. Ende der 90er Jahre war ich Inhaber einer Privatklinik auf der KÖ in Düsseldorf, anschliessend lebte und arbeitete ich eine Zeit in Bayern. Von da aus ging es dann in die Schweiz, wo ich die Leitung einer Privatklinik in Rheinfelden übernahm. Diese wurde später an das ansässige Krankenhaus verkauft und ich wechselte schliesslich 2016 zu skinmed.

Was fasziniert Sie an Ihrem Job besonders?
Ich habe mich schon immer für Architektur und Kunst interessiert. Ich schaue gerne in Museen vorbei. Ästhetik hat mich stets begeistert. In meinem Beruf verbinde ich handwerkliches Geschick mit Sinn für Ästhetik, um den Leidensdruck der Patientinnen und Patienten zu mindern. Es muss ja nicht immer ein Krankheitsbefund sein, einige unserer Patientinnen und Patienten haben einen anderen Leidensdruck. Wenn ich diesen beheben kann, ist das etwas sehr Schönes und es macht mir Spass.

Sie sind Spezialist für Nasenchirurgie. Was reizt Sie an diesen Eingriffen?
Die Herausforderung. Die Nasenchirurgie ist die Königsdisziplin der Plastischen Chirurgie. Wenn man das erstmal beherrscht, und durch Routine seine Verfahren verbessert, dann nimmt man diese Herausforderung auch gerne an. Solange man nicht die Routine hat, hat man oftmals Angst vor der OP. Ich habe alleine über 6000 Menschen an der Nase operiert und fühle mich in dieser Sache sehr heimisch. Mit der Erfahrung wird man kreativ und kann aus jeder Nase etwas Natürliches und Schönes machen.

Welche Eingriffe gehören neben der Nasenchirurgie zu Ihren Lieblingsdisziplinen und weshalb?
Ich führe sehr gerne Lidstraffungen durch. Das ist eine relativ kleine OP mit einem grossen Aha-Effekt. Wenn die Schlupflider weg sind, dann freuen sich die Leute. Sie sehen direkt frischer aus. Das ist mit einem überschaubaren Aufwand für Patientinnen und Patienten darstellbar. Ich mache aber auch sehr gerne Brustchirurgie: Straffungen, Verkleinerungen und Vergrösserungen. Das sind meine Haupt-Operationen: Gesichtschirurgie und Brustchirurgie.

Gibt es Behandlungen, die Ihnen weniger liegen?
Nach 30 Jahren weiss man natürlich: «Das kann ich und das lass ich lieber sein.» Es gibt Extreme – auch bei uns in der Plastischen Chirurgie. Ich mache keine Penisvergrösserungen. In einer Talkshow wurde ich einmal gefragt, was ich von Zehenverkürzungen oder Rippenentfernungen halte. Wenn ich das medizinisch nicht darstellen kann, dann lasse ich die Finger davon und mache es nicht. Das, was die normale, ästhetische Chirurgie ausmacht, das bediene ich. Exotische Sachen mache ich nicht.

Wenn jemand behauptet, eine «Schönheitsoperation» sei doch unnötig, man müsse seinen Körper akzeptieren – wie begegnen Sie solchen Aussagen?
Das kenne ich zur Genüge. Ich war oft im Fernsehen in Deutschland und ich war immer der «Bad Boy» als Plastischer Chirurg. Eben weil wir etwas operieren, was medizinisch in vielen Augen nicht notwendig ist. Seitdem es in den Medien aufgegriffen wurde, gibt es immer wieder diese kontroverse Diskussion. Ich sag dann: Wenn eine Patientin, ein Patient, einen Leidensdruck hat, dann muss dieser nicht immer medizinischer Natur sein. Manchmal sind es Falten auf der Stirn. Die kann man gut «wegmachen», sofern man die Patientin, den Patienten, nicht schädigt dabei. Ich fühle mich nicht angegriffen von solchen Aussagen. Ich habe einen Verhandlungs- und Behandlungsvertrag mit meinen Patientinnen und Patienten. Sie müssen mich überzeugen, dass ich etwas an ihnen verändere. Letztlich müssen beide Seiten damit leben können und wenn es medizinisch gerechtfertigt ist, ist es für mich ein Auftrag.

Sie erhalten viele positive Feedbacks von Patientinnen und Patienten. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Patientinnen und Patienten sollte man mit Achtung behandeln, sie ernst nehmen und mit einer gewissen Demut an die Sache herangehen. Man kann nicht alles regeln mit Chirurgie. Man muss wissen, wie weit man gehen kann und wo die Grenzen sind. Jede Operation ist eine Herausforderung. Für mich ist es wichtig, dass ich korrekt mit Patientinnen und Patienten umgehe, dass ich auch mal ein Spässchen mache und ihnen die Angst nehme. Ich bin für die Leute immer ansprechbar. Sie bekommen meine Kontaktdaten, damit sie mich jederzeit erreichen können. Sie fühlen sich dadurch gut betreut und haben mich quasi an der langen Leine.

Apropos lange Leine: Welchen Ausgleich brauchen Sie zu Ihrem täglichen Job?
Wenn ich heimkomme, gehe ich mit unseren beiden Hunden spazieren. Dann bin ich ganz für mich alleine und habe meine Ruhe. Ich mache auch Sport – soweit die Zeit es zulässt. Ich habe zwei Kinder und eine Frau. Für die muss ich natürlich auch da sein. Wir sind gerne im Tessin, weil es gut erreichbar ist. Dort bin ich von allem weit weg und bin schön in südlichen Gefilden. Da fühle ich mich wohl und muss nicht jeden Tag an die Arbeit denken.

Was schätzen Sie besonders an skinmed?
Es ist ein mittlerweile grosses und doch homogenes Team. Es ist wichtig, dass wir zusammenarbeiten und nicht jeder etwas Eigenes macht. Durch die Kombination aus Plastischer Chirurgie und Dermatologie gibt es eine Erweiterung der Palette. Wir können so vieles fachübergreifend anbieten. Das überschneidet sich. Wir als Plastische Chirurgen arbeiten an der Körperoberfläche, an der Haut, die Dermatologen befassen sich mit der Haut. Das ergibt Synergien. Insofern schätze ich diese Einheit von skinmed sehr.


 

Bitte beantworten Sie die folgenden Aussagen mit «ja» oder «nein»:

 

Wenn ich heute noch einmal wählen könnte, würde ich mich wieder für den gleichen Beruf entscheiden.
Ja

Natürliches Aussehen ist heute auch in der ästhetischen Chirurgie ein Trend.
Ja

Ich habe täglich Freude an meinem Beruf.
Ja

Plastische Chirurgie wird in 50 Jahren nur noch mittels Unterspritzungen stattfinden.
Nein

Ich kann mich an alle meine Patientinnen und Patienten erinnern.
Nein.

Bevor ich am Morgen in den OP gehe, brauche ich einen Kaffee.
Ja.