marinajagemann.com vom 24.06.2019

Marina Jagemann skinmed

Textauszug, © marinajagemann.com:

Leider ist weisser Hautkrebs auf dem Vormarsch. Man kann ihn inzwischen mit Tageslicht heilen.

Hört sich ziemlich paradox an: Im Biergarten sitzen und Vorstufen von Hautkrebs, sowie oberflächlichen, hellen Hautkrebs bekämpfen? Es gibt tatsächlich eine Methode, mit der das funktioniert. Sie heißt Daylight-PDT und ist eine Innovation aus dem Bereich der Photodynamischen Therapie (PDT).

Hautkrebs ist tückisch und leider auf dem Vormarsch. Vor allem der helle Hautkrebs hat sich zu einer Art Volkskrankheit entwickelt. „Jeder fünfte Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an Hautkrebs“, erklärt der Dermatologe Dr. Alexander Just von der Klinik skinmed in Lenzburg. Deswegen ist regelmäßige Vorsorge so wichtig und im Fall einer Diagnose dann die richtige Therapie.

Die Hauptursache für die böse Wucherung in den Zellen ist UV-Licht. Es schädigt die DNS, worauf die Zellen zwar nicht absterben, aber entarten und schwarzen Hautkrebs (Melanom) oder hellen Hautkrebs entwickeln können. Und jetzt soll Tageslicht bei der Heilung helfen?

Schon länger wird Hautkrebs mit der klassischen Photodynamischen Therapie in Verbindung mit einer speziellen ALA-haltigen Creme und energiereichem Infrarotlicht behandelt. Der Wirkmechanismus dahinter: Lichtgeschädigte Zellen werden mit der biologischen Substanz in der Creme beladen und dann mit inkohärenten Rotlicht aus dem sichtbaren Spektrum bestrahlt, wodurch sie absterben. Die gesunden Zellen bleiben unberührt. Das Problem der herkömmlichen Therapie ist die lange Einwirkzeit der Creme von drei Stunden. „In dieser Zeit diffundiert die ALA-Substanz nicht nur in die Zellen hinein, sondern auch wieder aus diesen heraus und gelangt dann in die Nervenendigungen. Dadurch entstehen bei der anschließenden Bestrahlung Schmerzen erklärt Dr. Just.

Daylight-PDT gegen Hautkrebs

Dieser Nachteil hat zur Entwicklung der Tageslicht PDT geführt. „Jetzt kann die lichtsensibilisierende ALA-Creme gleich nach dem Auftragen ihre Wirkung entfalten und der Rotanteil des Sonnenlichts ist ausreichend für die Eliminierung der lichtgeschädigten Hautzellen“, betont der Dermatologe, der die Daylight-PTD erfolgreich in der skinmed Klinik einsetzt: „Im Vergleich zu gesunden Hautzellen reichert sich die Substanz ALA in den Tumorzellen nämlich 10fach höher an. „Da die ALA-Substanz jetzt bereits beim Eindringen in die Zellen ‚verbraucht’ wird, gelangt es nicht mehr in die Nervenendigungen, daher entstehen keine Schmerzen“, betont der Dermatologe.

Nach dem Auftragen muss der Patient sich lediglich für zwei Stunden im Tageslicht aufhalten. Das ist ausreichend, um diesen Prozess zu aktivieren und die Tumorzellen gezielt zu zerstören. Geeignet sind dafür die lichtintensiveren Monate von März bis Oktober mit einer Lichtstärke von 250.000 Lux.

Nur geschädigte Zellen werden abgebaut

Nach vier Wochen gibt es eine weitere Kontrolluntersuchung wobei entschieden wird, ob eine zweite Behandlung nötig ist. Die Haut fühlt sich nach dem Treatment an, wie nach einem leichten Sonnenbrand. Die Rötungen kann man mit Make-up kaschieren. Für zwei Tage sollte Sonnenlicht gemieden und hoher Lichtschutz aufgetragen werden.

Die Daylight-PDT ist schmerzfrei und kann wiederholt werden, ohne dass gesundes Gewebe geschädigt wird. Behandelt werden können damit in erster Linie Aktinische Keratosen (Vorstufen des weißen Hautkrebses), aber auch beginnende oberflächliche Formen des weißen Hautkrebses, wie das Basalzellkarzinom von Basaliomen und das Spinaliomen (Varianten des weißen Hautkrebses). „Stark verhornte Aktinischen Keratosen tragen wir vor der Daylight-PDT in Lokalanästhesie ab und lassen sie histologisch untersuchen“, bemerkt Dr. Just.

Und last, but not least ein schöner NEBENEFFEKT: das Hautbild wird auch ästhetisch verbessert.