Dermatologie

Weisser Hautkrebs – Wie frühzeitig erkennen und richtig behandeln?

Wandern, Joggen, Sonnenbaden –  Menschen verbringen ihre Freizeit draussen in der Natur. Je öfter in der Sonne und je höher über dem Meeresspiegel, umso grösser ist jedoch die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken. Das gilt insbesondere für den weissen Hautkrebs. Dieser ist zwar weniger bekannt als der aggressive schwarze Hautkrebs (Melanom), kommt aber deutlich häufiger vor. Deshalb ist der Sonnenschutz wichtig! Die gute Nachricht: Bei einer regelmässigen Vorsorge kann weisser Hautkrebs früh erkannt und gut behandelt werden. Dr. med. Malte Schmelter, Facharzt Dermatologie und Venerologie an der Skinmed Klinik in Lenzburg, erklärt, wie man weissen Hautkrebs erkennen kann, was bei Verdacht unternommen werden sollte, und wie man ihn vermeiden kann.

Entstehung und Ursache von weissem Hautkrebs

Weisser Hautkrebs entsteht, wenn die Haut über Jahre/ Jahrzehnte hinweg chronischer Sonnenexposition und UV-Strahlung ausgesetzt ist. Daher finden sich diese Tumore meistens an Stellen des Körpers, die viel Sonne abbekommen, den sogenannten Sonnenterrassen des Körpers. Dazu gehören beispielsweise:
Gesicht, Stirn, Ohren, Nase oder Lippen,
Hals, Nacken, Unterarme oder Handrücken,
oder die Kopfhaut bei Glatzenträgern.
Wer in Kindheit und Jugend häufig starke Sonnenbrände hatte, ist besonders gefährdet, im zunehmenden Alter an Hautkrebs zu erkranken. Aber Achtung: Nicht immer müssen Sonnenbrände für das Entstehen von Hautkrebs verantwortlich sein. Grundsätzlich kann chronische UV-Strahlung die DNA in den Hautzellen nachhaltig schädigen, auch wenn nie ein Sonnenbrand aufgetreten ist.
Nebst den UV-Strahlen gibt es aber noch weitere Risikofaktoren, die die Entstehung von weissem Hautkrebs begünstigen.

Hellhäutige Personen mit grösserem Risiko

Sehr hellhäutige Personen mit Hauttyp 1 und 2, oft mit roten oder blonden Haaren und Sommersprossen, gehören laut Dr. med. Malte Schmelter klar zur Risikogruppe: „Bei diesen Hauttypen ist der eigene UV-Schutz der Haut geringer ausgeprägt, sodass es schneller zu Zellschädigungen kommt.“ Auch bei älteren Menschen oder durch erblich bedingte Faktoren können diese Schädigungen häufiger auftreten.

Medikamentös bedingtes Risiko: Vorsicht bei einigen Medikamenten

Bei der Einnahme bestimmter Medikamente ist in Bezug auf die Entstehung von Hautkrebs ebenfalls Vorsicht geboten. So können beispielsweise einige Immunsuppressive Medikamenten, insbesondere Medikamente nach Organtransplantation, die Lichtsensibilität der Haut steigern und somit das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöhen. Malte Schmelter ergänzt: „Auch Medikamente, die zur Behandlung anderer Krebsarten eingesetzt werden und die Immunabwehr unterdrücken, können das Zellwachstum der Haut verändern und somit das Hautkrebsrisiko vergrössern“.

Am besten vorbeugen: Prävention gegen weissen Hautkrebs

Einen 100-prozentigen Schutz gegen Hautkrebs gibt es nicht. Doch generell gilt es, schädliche UV-Strahlung möglichst zu vermeiden. Je heller die Haut ist, desto schlechter kann sie sich gegen die UV-Strahlung wehren. Aber auch dunkelhäutige Personen sollten sich vor der Sonne und somit vor dem Risiko einer Entstehung von weissem Hautkrebsschützen.

Massnahmen zur Vermeidung von Hautkrebs:

  1. Die Haut vor Sonne schützen
    • Das Tragen einer Kopfbedeckung und Sonnenbrille im Freien beugt auch dem Hautalterungsprozess vor.
    • Die Mittagssonne zwischen 11 und bis 15 Uhr sollte generell gemieden werden.
    • Ungeschützte Hautstellen mit Sonnencreme mindestens mit Lichtschutzfaktor 50 eincremen – und vor allem das regelmässige Nachcremen nicht vergessen. „Sonnenschutz addiert sich nicht“, so Schmelter. „Wer Sonnencreme mit LSF 20 auf Creme mit LSF 30 aufträgt, erhält nicht automatisch LSF 50. Vielmehr ist hier lediglich der 30er-Schutz aktiv.“
    • Schützen Sie Ihre Kinder und Säuglinge vor Sonne, denn ihre Haut ist besonders empfindlich. Pralle Sonne sollte gemieden werden.
  2. Regelmässige Hautkrebsvorsorge- und Muttermalkontrolle.
    • Mit regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen können weisser, aber auch schwarzer Hautkrebs und deren Vorstufen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Kosten dafür werden in der Regel jährlich oder alle zwei Jahre von der Krankenkasse übernommen.
    • Besonders, wer bereits einmal an Hautkrebs erkrankt ist, sollte sich an die oben aufgeführten Tipps halten und häufig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. „Das Risiko, erneut Hautkrebs zu entwickeln, ist statistisch höher“, erklärt der Facharzt für Dermatologie.

Wie sieht weisser Hautkrebs aus? Formen und Symptome

Dr. Felix Bertram zeigt, wie weisser Hautkrebs aussieht und erklärt, er entfernt werden kann.

Weisser Hautkrebs unterscheidet sich deutlich von schwarzem Hautkrebs. Letzterer ist viel stärker pigmentiert und ähnelt dunklen Muttermalen – eine regelmässige Haut- und Muttermalkontrolle ist daher unerlässlich.
Beim weissen Hautkrebs, entwickeln sich Hautveränderungen in den oberen Hautschichten. Diese können krustig, knötchenförmig, schuppig, flach, narbig oder geschwürartig sein – meistens sind diese Auffälligkeiten nicht unbedingt weiss. Sie sind in der Regel an den Körperstellen zu finden, die verstärkt den Sonnenstrahlen ausgesetzt sind. Wie genau diese Hautveränderungen aussehen, ist zudem abhängig von der Art des Hautkrebses. Es gibt, ganz grob, zwei Arten von weissem Hautkrebs: Das Basaliom (auch Basalzellkarzinom) und das Spinaliom (auch Plattenepithelkarzinom). Sie unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild und ihrem Wachstumsmuster deutlich voneinander.

Spinaliom oder Plattenpithelkarzinom

Bei einem Spinaliom liegen die geschädigten Hautzellen nah unter der Hautoberfläche, in der sogenannten Stachelzellschicht. Bevor das Spinaliom ausbricht, äussert es sich meisten in einer Vorstufe. “Diese Vorstufe ist eine zunächst etwas harmlosere Veränderung der Hautzellen und nennt man Aktinische Keratose”, erklärt Malte Schmelter.

Am häufigsten treten die Aktinischen Keratosen auf der Stirn, im Gesicht, am Dekolleté oder am Handrücken auf. Sie bleibt meist hautfarben, kann aber auch rötlich verfärbt sein und sich rau und schuppig anfühlen. Im Krankheitsverlauf nimmt diese Schuppung zu. Ein typisches Merkmal der Aktinischen Keratose ist auch das fehlende Abheilen der betroffenen Stellen. Für das ungeschulten Auge ähneln damit betroffene Hautstellen Wunden, die über sechs Wochen oder länger nicht abheilen.

Diese lichtbedingten Hautveränderungen schreiten nur langsam voran, können sich aber bei ausbleibender Behandlung zu einem Spinaliom, also zu Hautkrebs, entwickeln.

Als Krebs neigt das Spinaliom dann dazu, recht rasch zu wachsen und bei weitem Fortschritt auch Metastasen, also Ableger, zu bilden. „Die Metastasierung ist das eigentlich wirklich Gefährliche an fast allen Krebsarten. Sind erst einmal andere Organe mit kleinen Ferntumoren infiltriert, ist die Therapie deutlich schwieriger“, erklärt Malte Schmelter. „Der Krebs kann z. B. Lymphknoten oder andere Organe infiltrieren, was im schlimmsten Fall tödlich enden kann.“

Wie erkenne ich das Spinaliom? Symptome

  • Verhornte und schnell wachsende Knoten,
  • Juckende und blutende Hautstellen, die nicht abheilen
  • Chronische Wunde > 6 Wochen,

Basaliom oder Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom ist weltweit der häufigste Hauttumor und tritt damit häufiger auf als das Spinaliom. Es bildet sich direkt unter der Oberhaut – zwischen Lederhaut und Basalzellschicht an den Haarfollikeln.

Im Gegensatz zum Spinaliom hat das Basaliom keine Vorstufen. Es äussert sich direkt als Krebs, ist dafür aber weniger gefährlich, da es seltener bis fast nie Ableger bildet. Wird es jedoch nicht entdeckt und entfernt, kann es in die Tiefe wachsen und dort andere Gewebeschichten und sogar die Knochen befallen.

Wie erkenne ich das Basaliom? Symptome

Zu Beginn zeigt sich lediglich ein kleiner Knoten oder eine Verhärtung, ohne Wechsel der Hautfarbe. Im Verlauf können unter anderem folgende Veränderungen auftreten:

  • Kleines Knötchen oder teilweise erhabener, roter Fleck,
  • Narbige aussehende Hautveränderung, die wächst und nicht heilen will
  • Hautfarben schimmernder Knoten mit feinen Blutgefässen,
  • verhornte Hautstellen oder flache Geschwüre mit erhabenem Randwall.

Weissen Hautkrebs erkennen: Diagnose und Früherkennung

Wird weisser Hautkrebs früh erkannt, gelingt fast immer Fällen eine vollständige Heilung. Deshalb ist eine regelmässige Kontrolle der Haut durch eine Hautärztin oder einen Hautarzt immens wichtig. Bei Verdacht auf Hautkrebs, besonders bei über 40-Jährigen, sollte umgehend eine Dermatologin oder ein Dermatologe hinzugezogen werden.
„Unsere Hautärztinnen und Hautärzte bieten routinemässig eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung an“, erklärt Malte Schmelter. Die Kosten werden in der Regel jährlich oder alle zwei Jahre von der Krankenkasse übernommen. „Ab einem Alter von 35 Jahren ist es empfehlenswert, mindestens alle zwei Jahre zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen – auch ohne Symptome“, so der Facharzt für Dermatologie. „Erfahrene Hautärztinnen und Hautärzte können entstehende Tumore bereits in Stecknadelkopfgrösse entdecken und effektiv behandeln.“

Die Hautkrebs-Diagnose bei Skinmed

  1. Kommen Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Hautkrebs zu Skinmed, nehmen sich unsere Dermatologinnen und Dermatologen zunächst viel Zeit für eine gründliche Anamnese. So können Vorerkrankungen oder Risiken besser eingeschätzt werden, beispielsweise wenn bereits einmal Hautkrebs diagnostiziert wurde.
  2. Nach der Anamnese erfolgt die ausführliche Analyse mit einem Lupenlicht. Mithilfe einer hellen Lampe können Auffälligkeiten der Haut schneller und gezielt entdeckt werden.
  3. Gibt es Auffälligkeiten, wird die Stelle mit dem Dermatoskop genauer betrachtet. „In der Skinmed Praxis nutzen wir das Dermatoskop, um ganz spezielle Muster erkennen zu können. Unsere Fachärztinnen und Fachärzte sehen so schnell, ob ein Muttermal gut- oder bösartig ist“, berichtet Schmelter.
  4. Erhärtet sich der Verdacht auf Hautkrebs, entnehmen die Spezialistinnen und Spezialisten eine Gewebeprobe, die im Labor genau untersucht wird. Unnötige Entfernungen von Hautveränderungen können durch diese kleine Massnahme einfach vermieden werden.

Weisser Hautkrebs: Behandlung nach Diagnose

Bei gesicherter Diagnose eines weissen Hautkrebses wird gemeinsam mit den betroffenen Patienten die für sie passende Behandlung besprochen. Als Kompetenzzentrum für Hautkrebs und Hautchirurgie bietet Skinmed ein in der Schweiz Angebot für die Diagnose, Behandlung und Nachsorge bei Hautkrebserkrankungen unter einem Dach an.

Die Auswahl der Behandlung ist abhängig von den individuellen Voraussetzungen der Patienten oder der Patientin sowie vom Stadium des Krebses.

Nicht-invasive Behandlungen von weissem Hautkrebs

Die Vorstufen von weissem Hautkrebs sowie die Aktnische Keratose können mit schonenden, lokalen Therapien behandelt werden. Hier eine Auswahl des Behandlungsangebots bei Skinmed:

1. Photodynamische Therapie (PTD)

Betroffene Hautstellen werden mit einer speziellen photosensibilisierenden Creme eingecremt. Im Anschluss wird entweder als Daylight PTD oder Rotlicht PTD die Haut bestrahlt, sodass die Vorstufen vom Hautkrebs absterben und gesunde Haut nachwachsen kann. Die Methode erzielt gute Erfolge und kann auch auf grossflächigen Arealen eingesetzt werden.

2. Kryotherapie (Vereisungstherapie)

Bei dieser Anwendung wird flüssiger Stickstoff (-196°C) gezielt auf die betroffenen Bereiche aufgesprüht. Die Hautstelle wird somit vereist, die veränderten Hautzellen sterben ab und gesunde Haut kann nachwachsen.

3. Lasertherapie

Bei der Lasertherapie kommen Ablative (abtragende) Laser zum Einsatz. Es werden vorsichtig die obersten Hautschichten abgetragen und somit die veränderten Zellstrukturen entfernt. Skinmed nutzt verschiedene Arten von Lasern, allen voran kommt der ablative C02-Laser zum Einsatz.

Chirurgischer Eingriff bei weissem Hautkrebs

Besonders im fortgeschrittenen Stadium ist eine chirurgische Entfernung der Krebszellen sowie des direkt umliegenden Gewebes angeraten.

Die Dermatologinnen und Dermatologen entfernen mit modernster Technik die veränderten Hautstellen und vernähen diese anschliessend wieder. Der Eingriff erfolgt ambulant und unter örtlicher Betäubung, kann aber auf Wunsch auch in Vollnarkose durchgeführt werden.

Nach rund zwei Tagen findet die erste Nachkontrolle statt. Je nach Körperlokalisation erfolgte der Fadenzug 7 bis 14 Tage nach dem operativen Eingriff.

Wichtig für die Wundheilung ist, dass sich die Patientinnen und Patienten nach der Operation schonen und zunächst auf sportliche Aktivitäten verzichten. Auch starkes Schwitzen sowie Sauna- oder Schwimmbadbesuche sollten vorerst nicht erfolgen – geduscht werden sollte nur mit Duschpflaster zum Schutz der Wunde gegen Nässe. Es erfolgt vor jedem Eingriff eine ausführliche Erklärung über den Ablauf der Operation und Verhaltenshinweise werden erklärt, ebenso werden Infoblätter mit speziellen Hinweisen ausgehändigt.

„Wenn sich die Betroffenen an die Vorgaben halten, verheilt die Narbe meist sehr gut“, so der Experte für Dermatologie. Nach diagnostiziertem und erfolgreich behandelten Hautkrebs empfiehlt der Skinmed-Spezialist ein bestimmtes Nachsorge-Schema: „Abhängig vom Tumor erfolgen die Nachsorgeuntersuchungen vier, zwei oder nur einmal im Jahr.“

Ist eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht, wird ein Alternativplan ausgearbeitet. Möglichkeiten reichen hier von Bestrahlung über Salben bis zu zielgerichteter Krebstherapie.

Skinmed – das Kompetenzzentrum für Hautkrebs und Hautchirurgie

Hautgesundheit geht vor. Schützen Sie Ihre Haut und mithin Ihre Gesundheit, vermeiden Sie übermässigen Einfluss von UV-Strahlung und gehen Sie regelmässig zum Hautcheck. Sollten Sie Fragen rund um das Thema Hautkrebs haben, sind die Fachärztinnen und Fachärzte von Skinmed für Sie da. Nutzen Sie dazu einfach das Kontaktformular und wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Haben Sie bereits eine auffällige Stelle auf der Haut, bei der Sie nicht sicher sind, ob es Hautkrebs ist? Handeln Sie besser sofort. Buchen Sie gleich einen Termin für eine Vorsorgeuntersuchung. Wir helfen Ihnen gerne weiter.