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Dermatologie

Rosacea: Symptome und Behandlung

Was ist Rosacea? Wir klären Ursachen, Symptome und mögliche Behandlung der chronischen Hautkrankheit. Dies ist unser ergänzende Beitrag zum Artikel der Glückspost, für den Dr. Gerhard Bertram von Skinmed ein Interview gegeben hat.

Rosacea, was ist das?

Rosacea, Rosazea oder häufig auch Couperose genannt, ist eine chronische-entzündliche Hautkrankheit, die bei Betroffenen kleine, netzartige Hautrötungen auf Stirn, Kinn, Nase und Wangen hervorruft. Ihren Namen trägt die Erkrankung, da bei vermehrtem Vorkommen das Gesicht – manchmal auch das Décolleté – wie eine Rose „aufblühen“ kann.

Heilbar ist die Hauterkrankung leider nicht, aber Symptome wie Brennen, Entzündungen und Juckreiz können durch Vorbeugen, schonender Hautpflege und spezialisierter Behandlung zumindest gelindert werden. Dr. med. Gerhard Bertram, Facharzt FMH für Dermatologie erklärt die wichtigsten Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Hauterkrankung.

Rosacea: Symptome

Typische Symptome von Rosacea sind Rötungen und Erweiterung der Äderchen (sogenannte Teleangiektasien) im Gesicht, am Hals und Décolleté. Als chronisch-entzündliche Hautkrankheit verläuft sie in Schüben und äussert sich durch fleckige Rötungen, Pusteln, Papeln und entzündlichen Bläschen. Solche Hautveränderungen sind mit stechenden Schmerzen oder starken Juckreiz verbunden. Auch entzündliche Reaktionen am Auge, wie Binde- oder Hornhautentzündungen können Symptome von Rosacea sein. Gerade deshalb wird Rosacea häufig mit Akne oder einer Allergie verwechselt.

Nebst diesen körperlichen Symptomen ist Rosacea meist auch von psychosozialen Probleme begleitet, weiss Dr. Bertram: «Bei starker Entzündung kann es unbehandelt langfristig zu Narben kommen. Zudem ist Rosacea auch ästhetisch ­irritierend und meistens nicht schön anzusehen. Die Hautkrankheit kann bei den Betroffenen auch deswegen einen Leidensdruck ­verursachen». Mangelndes Wissen zu Rosacea in der Öffentlichkeit ist für viele Betroffene ein zusätzliches Problem: Rosacea Symptome werden vom sozialen Umfeld häufig fälschlicherweise als Zeichen mangelnder Hygiene oder exzessivem Alkoholkonsum wahrgenommen.

Rosacea: Vier Subtypen

Die Rosacea-Erkrankung wird anhand der Symptome in vier verschieden Subtypen unterteilt. «Beim 1. Subtyp werden Gefässzeichnungen, Couperose genannt, Rötungen und Erytheme sichtbar. Den 2. Subtyp zeichnen entzündliche, kleine Knotenbildungen meist an Nase und Wangen (Papulopusteln) aus. Der 3. Subtyp kommt seltener, vorwiegend bei Männern vor: Dabei handelt es sich um knotige Nasenverdickungen durch Talgdrüsen. Beim 4. Subtyp sind die Augen entzündet, meist auch die Lidränder», erklärt der Spezialist. Diese unterschiedlichen Typen können, müssen aber nicht zwingend aufeinanderfolgen.

Rosacea: Ursachen und Vorbeugung

Genaue Ursachen von Rosacea sind noch nicht eindeutig geklärt, dennoch geht man davon aus, dass Haarbalgmilben vermutlich einen entscheidenden Reizfaktor bilden. Dabei wird angenommen, dass Rosacea eine überzogene Immunantwort des Körpers ist. Es gibt viele weitere Aspekte mit Einfluss auf die Symptomstärke der Rosacea: «Die Ernährung kann eine wesentliche Rolle spielen, ebenso die Wahl der Hautpflege oder auch äussere Klimafaktoren wie UV-Licht und schnelle Temperaturwechsel», nennt Dr. Bertram einige Beispiele. Auch genetische Faktoren dürften eine Rolle spielen, denn Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und viele Betroffene haben Familienmitglieder, die ebenfalls an Rosacea erkrankt sind.

Schübe können durch diverse Einflussfaktoren, sogenannte Trigger, ausgelöst werden. Der Facharzt weiss: «Es gibt keine Anleitung zur Vorbeugung, aber ich empfehle, Reiz- und Triggerfaktoren so weit wie möglich zu vermeiden oder zu reduzieren. Die bekanntesten davon sind UV-Strahlen, alkoholische oder heisse Getränke, scharfes Essen, Medikamente, Kosmetika, Stress bzw. gewisse Wetterbedingungen wie grosse Hitze oder Temperaturwechsel. Ich empfehle zudem einen konsequenten Sonnenschutz mit Faktor 30 bis 50». Somit kann mit der aktiven Vermeidung von Triggerfaktoren und der Etablierung eines hautschonenden Lebensstils eine präventive Behandlung von Rosacea vorgenommen und damit heftige Krankheitsschübe verhindert werden.

Behandlungsmöglichkeiten und Ergebnisse

Rosacea lässt sich nicht heilen, aber mit einer gezielten medizinischen Behandlung lassen sich die Symptome der Erkrankung gut lindern. Die Art der Anwendung und Wahl des Mittels hängt immer von Schweregrad, Beschwerden und Leidensdruck der betroffenen Personen ab. Rosacea in ihrer Frühform, Couperose, kann beispielsweise mit einer Lasertherapie behandelt werden, bei der störende Äderchen im Gesicht einfach entfernt werden.

Bei stärkeren Formen von Rosacea ist eine Beratung durch Dermatologie-Fachärzte nötig, da Therapien individuell auf den/die Patienten/Patientin abgestimmt werden. Behandlungsarten gibt es viele: »Wir behandeln eine Rosacea meist durch die äussere Anwendung von Wirkstoffen wie Antibiotika, Azelainsäure und Ivermecti«, erklärt Dr. Bertram, »Letzteres ist ein Milbenmittel, denn man vermutet, dass Haarbalgmilben im Gesicht ein entscheidender ­Irritations-faktor der Rosacea sind. Bei ausgeprägten Formen kann die Einnahme von Antibiotika oder Isotretinoin in niedriger Dosierung, ähnlich wie bei einer Akne, nötig werden«.